Ich bin Kunsthandwerkerin.

Ich bin selbständig.

Ich liebe die Dinge.

Ich liebe die Zeit, in der man denken kann, während man am Werkstück arbeitet.

 

 

Diese Arbeit ist unglaublich vielseitig. In den drießig Jahren, die ich als Künstlerin arbeite, habe ich meine Ausrichtung schon mehrfach geändert.

Es gehören so viele Fähigkeiten dazu.

 

Eine Vision von dem entwickeln, was ich machen will. Das geschieht während des Arbeitens.

Technische Mittel und Wege erfinden, wie man das, was man sich vorstellt verwirklichen kann.

Ich kenne keine Kunsthandwerkerin, in der nicht auch die Fähigkeiten eines Ingenieurs wach sind. Man erfindet ständig neue Werkzeuge oder baut bestehende um.

 

Und eine der schönsten Seiten ist das Experimentelle, es geht nicht darum ein fertiges Dings zu machen. Es geht um das Machen selbst. Diesen Prozess, von der Vision über das Material,  die Technik, die Hilfsmittel, die Quellen, an denen man die Dinge auftreibt, hoffen und bangen ob etwas funktioniert, und die Philosophie, die einem dabei durch den Kopf geht.

All das ist ein wunderbares inneres Beben, ist Hingabe.

Um die Dinge zu verkaufen, darf man den Kunden zuhören, um herauszufinden, was sie wirklich brauchen. Lernt viel über fremde Leben, über Welt- und Wertevorstellungen.

 

Die Kunst wenige Dinge zu besitzen, die man mit Liebe genau gewählt hat, gefällt mir.

 

 Zu meinem Beruf gehört auch meine Papiere zu ordnen, zu verstehen wie unser Steuersystem funktioniert und zu genießen, dass es die wunderbare Frau Gärtner gibt, die leidenschaftlich Buchhaltung macht.

 

Aber auch dafür muß das Geld verdient werden. Also lerne ich Kalkulation: wieviel von einem verkauften Gegenstand bekommt die Steuer, wieviel die Buchhaltung, vieviel ist Miete, wieviel ist Transport und Verkehr? usw. Und wofür bekommt die Galleristin ihr Teil? Macht sie denn genauso viel Arbeit wie ich? Ja! Diese Mittlerin zwischen den Welten kann mit allen Arten Menschen umgehen, (unterhält schöne Räume in guter Gegend, hat herrliches Licht) während ich in Ruhe in meinem Elfenbeinturm der Freude des Machens fröhnen darf.

 

Ich arbeite mit Glas, mit Hohlglas.

 Ich arbeite mit Durchsichtigkeit, mit Transparenz. Jede Zeichnung, jeder Schliff wirkt nach 2 Seiten. Alles ist zugleich innen und außen.

 

Ich arbeite mit Gold. Gold ist die Farbe der Götter.

 

Ich arbeite gern! Mit allem was dazu gehört Freude, Angst, Sorge, Erfolg. Ich arbeite gern und das sieht man meiner Arbeit an.